Rustikale Gastlichkeit

Urgemütlich: "Das Dorf" in St. Georg überzeugt mit echter Hausmannskost

Es ist gut und richtig: "Das Dorf" lebt und wurde nicht von einer Kaffeekette geschluckt, deren Anblick an jeder Straßenecke inzwischen ermüdend wirkt. Und die neuen Inhaber der kurzzeitig geschlossenen "Keller-Legende", Axel Strehlitz und Sebastian Weskamp, haben allein dafür einen Orden verdient. Denn "Das Dorf" strahlt eine urgemütliche Atmosphäre aus - und die zumeist deutsche Hausmannskost kann fast durchgehend durch eine gute Standardqualität überzeugen. Doch der Teufel steckt oftmals im Detail.

Der Einstieg gerät zunächst ein wenig enttäuschend: die angepriesene "herrlich-cremige" Erbsensuppe (fünf Euro) ist eher fade und auf jeden Fall wenig cremig. Dafür ist der Rote-Bete-Salat (vier Euro) lecker - allerdings kann dabei auch nicht viel falsch gemacht werden. An "Muttis Rinderroulade" mit Rotkohl und Kartoffelpüree (16,50 Euro) gibt es kaum etwas zu meckern. Außer: Die Roulade hätte einen Tick länger schmoren können, um anstatt mürbe etwas zarter daherzukommen. Ansonsten kann der servierte Klassiker es durchaus mit den Kochkünsten der eigenen Mama aufnehmen. Die mit Kräutern gefüllte Forelle mit "herzhafter Brotkruste auf Schalotten-Champignongemüse" (16,50 Euro) ist zu empfehlen, auch wenn die Brotkruste etwas krustiger hätte sein können.

Aus dem übersichtlichen, aber ausreichenden Weinangebot entscheiden wir uns für den Riesling (Flasche 19 Euro), der geschmeidig mit den Speisen harmoniert. Die Quarkbällchen mit Vanillesauce und Eis (5 Euro) runden den Abend ab - hätten auch fluffiger sein können. Doch unterm Strich ist klar: Wir fühlen uns trotz kleiner Fehler sehr wohl - und die nette, aufmerksame Bedienung trägt ihren Teil dazu bei.

Renate Pinzke