Das Dorf


Angenehmes Kellererlebnis im dörflichen St. Georg

 

Hausmannskost. Deutsche Küche. Das klingt nicht nach Metropole, nicht nach den nächtlichen weinseligen Exzessen von Harry Rohwolt, Lilo Wanders, Ulrich Tukur, die hier früher mächtig auftragen ließen. Das macht aber nichts, die sind auch älter geworden. Und die Kost ist gut. Ein enges Kellertreppchen führt ins "Dorf", ein Kellergewölbe von 1848, mit antiken Kirchenbänken, restaurierten Kachelöfen und ineinander übergehenden Separees. Der leicht museale Touch wird aber durch goldene Decken und kupferfarbende Wände aufgefangen, die ein warmes Licht zulassen. Die Karte surft kulinarisch quer durchs Land, gibt dem Wiener Schnitzel, wie dem nordischen Labskaus ein zu Hause und lässt auch die "Herrgott's Bescheißerle" - Maultaschen nicht aus.

 

Die "Happas" sind Tapas auf deutsch, herrliche Gerichtchen wie Graupenrisotto oder gratinierter Ziegenkäse. Die Flammkuchen mit Speck und Zwiebeln sind, wie sie sein sollen, aber ohne besonderes Raffinement. Dafür überrascht der kleine unscheinbar wirkende Beilagen-Salat mit sahnig-fruchtigem Dressing. Zum Hineinlegen!

 

"Muttis Rinderroulade" mit Kartoffelpüree und Rotkohl (hausgemacht), ist eine kleine Entdeckung, das Fleisch angenehm mürbe und zart. Alles in allem ein angenehmes Kellererlebnis. Und wem es da unten zu luftschutzartig ist, der kann neuerdings auch an der frischen Luft direkt in der Langen Reihe Platz nehmen. Da geht auch mal der Tukur vorbei. (MLM)

 

Das Dorf €€: Lange Reihe 39 (St. Georg), Telefon 24 56 14; www.restaurant-dorf.de, Kreditkarten: alle